Mit der Einschulung Ihres Kindes stellt sich vielleicht auch die Frage nach der Betreuung neu. Die meisten Kindergärten bieten inzwischen die Möglichkeit, dass ein Kind sich dort den gesamten Arbeitsalltag der Eltern aufhalten kann. Dieses Angebot gilt in der Regel aber nur für Kinder bis zum ersten Schultag. Danach ist eine neue Lösung erforderlich – und die Palette reicht von der Offenen Ganztagsbetreuung bis zu den Großeltern. Eine knifflige Aufgabe, die Sie bei der Schulwahl im Blick haben müssen.

Ganztagsschule

In manchen Bundesländern sind die Grundschulen von vorneherein als Ganztagsschulen konzipiert. Wenn Sie hier wohnen, brauchen Sie sich also weniger Gedanken zu machen. Ihr Kind wird bis in den Nachmittag hinein betreut und erhält auch ein Mittagessen in der Schule. Allerdings ist der ganztägige Aufenthalt in der Schule auch Pflicht, weil teilweise Unterrichtsinhalte in den Nachmittag verlegt werden. In jedem Fall können Sie sicher sein, dass Ihr Kind den gesamten Schultag über betreut ist. Falls Sie länger als bis zum Schulende arbeiten müssen, wären unter Umständen nur noch einzelne Stunden zu klären. Aber auch dafür sollten Sie ab dem ersten Schultag einen Plan bereit haben inkl. einem Notfallplan, damit Ihr Kind nicht ratlos durch die Straßen irrt.

Offene Ganztagsbetreuung

SchulanmeldungViele Schulen in den anderen Bundesländern bieten eine Offene Ganztagsbetreuung an, die je nach Bundesland einen anderen Namen haben kann. Hier müssen Sie Ihr Kind zusätzlich zur Schule anmelden, auch wenn die Betreuung meist im Schulgebäude stattfindet. Wer für die Organisation zuständig ist, ist unterschiedliche, mal ist es die Stadt, mal ist es ein Verband wie Caritas oder Diakonie, es kann aber auch eine Elterninitiative sein. Auf der Seite Ihrer Schule finden Sie darüber Informationen und ansonsten hilft Ihnen da Ihre Schule weiter. Anders als bei der Ganztagsschule stehen oft nicht für alle Kinder eines Jahrgangs Plätze zur Verfügung. Es empfiehlt sich daher, gleich nach der Schulanmeldung einen ersten Kontakt aufzunehmen. So erfahren Sie, wie das Anmeldeverfahren läuft, welche Kriterien für die Platzvergabe gelten und wie groß die Chance ist, einen Platz zu bekommen.

Betreuung in einer Einrichtung außerhalb der Schule

Vor allem in Orten, in denen es keine offene Ganztagsbetreuung oder nicht ausreichend Plätze gibt, springen oft auch Jugendzentren in die Bresche. Die Kinder verlassen die Schule und gehen in eine andere Einrichtung, um dort ihre Hausaufgaben zu erledigen und die Freizeit am Nachmittag zu verbringen. Nicht immer, aber meist wird dort auch ein Mittagessen oder zumindest ein kleiner Snack gereicht. Auch hierüber finden Sie Informationen bei Ihrer Schule.

Am Nachmittag bei Tageseltern

Grundsätzlich gibt es auch die Möglichkeit, dass Ihr Kind am Nachmittag zu Tageseltern geht. Meist werden Tagesmütter und Tagesväter nur für jüngere Kinder in Betracht gezogen. Dabei ist diese Möglichkeit gerade für Einzelkinder eine Chance, nachmittags eine größere Familie zu erleben. Im Gegensatz zu Großeltern oder Nachbarn haben Tageseltern eine besondere Ausbildung durchlaufen, die sie qualifiziert, gegen Honorar Kinder zu betreuen. Der Unterschied zur Ganztagsbetreuung ist, dass Ihr Kind – wie zu Hause auch – seine Hausaufgaben selbstständig erledigen muss. Aber das sollte es ohnehin lernen, daher sollte das kein Kriterium sein, diese Idee fallen zu lassen. Informationen über die Tageseltern in Ihrer Region finden Sie in der Regel auf der Seite der Stadtverwaltung unter dem Stichwort „Tagespflege“ oder „Kindertagespflege“.

Nach der Schule zu den Großeltern

Die günstigste Alternative ist sicher, wenn Ihr Kind nach der Schule zu den Großeltern, anderen Verwandten oder Freunden geht. Das bedeutet aber auch, dass die Verwandten sich verpflichten müssen, täglich ab einer bestimmten Zeit zu Hause zu sein. Nicht jeder kann das gewährleisten. In jedem Fall sollten Sie bei der Wahl dieser Lösung von Anfang an gemeinsam mit allen Beteiligten über diese Konsequenzen sprechen. Wenn die Betreuung nicht täglich sichergestellt werden kann, sollte diese Variante nur eine Übergangslösung sein. Die Einschulung ist für Ihr Kind schon so anstrengend genug, da sollte es sich nicht noch merken müssen, an welchem Tag es zu welchem Betreuer geht. Etwas anderes ist es, wenn Sie nur an einzelnen Tagen in der Woche ganztags arbeiten und Ihr Kind dann zu den Großeltern geht. Aber dann sollten Sie diese Tage im Familienkalender markieren, damit jeder morgens gleich weiß, wo der Tag nach der Schule weitergeht.

Betreuung in Ausnahmefällen

Es ist das eine, die regelmäßige Betreuung früh zu planen. Ebenso wichtig ist, dass Sie sich Gedanken über eine Betreuung in Ausnahmefällen machen – wenn die Oma ausfällt oder Sie nach dem Ende der Ganztagsbetreuung doch nicht zu Hause sind, weil Sie länger arbeiten müssen. Ihr Kind sollte wissen, wohin es gehen kann, wenn niemand zu Hause ist oder es nicht abgeholt wird. Am besten klären Sie mit den Eltern eines Freundes, dass Sie wechselseitig das Kind mitnehmen, wenn der andere verhindert ist. So können Sie sich im Notfall telefonisch oder über WhatsApp austauschen und sicherstellen, dass kein Kind alleine zurückbleibt. Hilfreich ist für solche Fälle ein guter Kontakt zu Nachbarn, dann kommt Ihr Kind von selbst auf die Idee, sich im Notfall dort einzufinden. In jedem Fall sollte Ihr Kind für solche Fälle Ihre Handynummern oder andere Rufnummern besitzen, unter denen Sie oder eine Vertrauensperson erreichbar ist. Am besten schreiben Sie sie auf das Namensschild im Ranzen, dann hat es sie immer griffbereit und kann die Schulsekretärin, eine Lehrerin oder Eltern anderer Kinder bitten, jemanden anzurufen.

Ein guter Plan schafft Sicherheit

Natürlich kann man sich nicht auf alle Unwägbarkeiten im Leben vorbereiten. Aber gerade bei einem so großen Einschnitt wie die Einschulung sollten Sie versuchen, mit Ihrem Kind verschiedene Szenarien zu klären. Das nimmt ihm Ängste und gibt ihm Sicherheit. Je älter es wird und je länger es in der Schule ist, umso leichter löst es solche Situationen selbst. Für Kinder mit gutem Selbstvertrauen, die schon vor dem ersten Schultag gelernt haben, kleine Probleme selbst zu lösen, sind solche Momente meist kein Problem. Doch auch sie sind im ersten Moment erschrocken und verunsichert, wenn etwas nicht rund läuft – da geht es ihm nicht anders als uns Erwachsenen.