Mit unserem Gewinnspiel zum Blogstart haben wir Fragen gesammelt, die Eltern rund um die Einschulung und den Schulstart beschäftigen. Einige davon sind bereits in Blogbeiträgen beantwortet, manche Antworten folgen noch. Damit Sie sich schnell zurechtfinden, habe ich hier die häufigsten Fragen und kurze Antworten mit den Links zu den passenden Beiträgen zusammengestellt. Heute geht es erst einmal allgemein um das Thema Einschulung.

Was verändert sich durch die Einschulung?

Die größte Veränderung für Eltern und Kind bei der Einschulung ist, dass es eine Pflicht zum Schulbesuch gibt – für Kinder und Eltern. Nur in Ausnahmefällen können Kinder durch die Eltern vom Unterricht befreit werden. Das bedeutet eine Umstellung für die ganze Familie. Für mich aber die wichtigste Veränderung ist, dass Kinder in ihrer Entwicklung nun nicht mehr an sich vor allem selbst, sondern an 20 oder 25 anderen Kindern gemessen werden. In der Kita liegt der Augenmerk auf der Entwicklung des einzelnen Kindes, da werden einzelne Aspekte wie Sprache, Motorik, Sozialverhalten in den Blick genommen, aber eher am einzelnen Kind. Tests und Beobachtungsverfahren berücksichtigen den Durchschnitt aller Kinder einer Altersstufe und nicht die einer Gruppe. In der Schule ist das anders und da werden zudem Leistungen bewertet. Das wissen Kinder, selbst wenn sie anfangs keine Noten bekommen. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder schon vor der Einschulung erleben, dass etwas nicht so gut gelungen ist und dass sie sich durch Übung und Anstrengung verbessern können. Kinder, die immer nur hören und erleben, wie toll und richtig sie alles machen, werden in der Schule oft enttäuscht und verlieren die Lust an der Schule, wenn sie sehen, dass andere schneller sind oder mehr können.

Wann sollte ein Kind eingeschult werden?

Die oben erwähnte Schulpflicht verrät schon, die Entscheidung, wann ein Kind eingeschult werden sollte, liegt nur sehr begrenzt in Elternhand. Sobald es sechs Jahre alt wird, wird ein Kind schulpflichtig. Wann genau es eingeschult wird, richtet sich nach den Stichtagen der Bundesländer. Rückstellungen sind nur in Ausnahmefällen möglich, vorzeitige Einschulungen sind leichter möglich. Die Rahmenbedingungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Was Rückstellungen angeht, halte ich es für sinnvoll, dass die nur in besonderen Ausnahmefällen möglich sind. Von Elternseite würde ich nicht darauf drängen, wenn sie seitens der Kita oder bei der schulärztlichen Untersuchung nicht empfohlen wird. Denn: Kinder entwickeln sich in dem Alter so schnell, dass alle Sorgen der Eltern in einem halben Jahr schon unbegründet sein sollen. Vor allem aber: Kinder kriegen mit, dass sie dran sind mit der Einschulung. Eine Rückstellung wäre eine erste Enttäuschung im Zusammenhang mit der Schule. Unter Umständen verliert das Kind seine Freunde oder auch das Vertrauen in sich selbst.

Die vorzeitige Einschulung ist etwas kniffliger. Hier rate ich zum Austausch mit den Fachkräften in der Kita, Eltern aus dem Umfeld und anderen Erwachsenen, die das Kind erleben – im Sportverein, beim Malkurs … Und hören Sie auch darauf, was das Kind möchte. Natürlich kann es noch nicht ermessen, was die Entscheidung bedeutet. Aber ein Kind, das gerne in die Schule möchte und das über einen längeren Zeitraum immer wieder erklärt, ist motiviert. Es wird einerseits leichter Klippen bewältigen können und andererseits offen sein, wenn Sie ihm erklären, dass es dann – wenn der Wunsch erfüllt wird – noch dieses und jenes lernen und üben muss.

Welche Schule und welche Klasse für mein Kind?

In fast allen Bundesländern wird von der Stadt festgelegt, in welche Schule ein Kind eingeschult wird. Ausnahmen sind möglich, aber sie sollten gut bedacht werden. Vermutlich gibt es keine Schule, die alle Wünsche der Eltern erfüllen. Daher ist es sinnvoll, ganz praktische Aspekte zu berücksichtigen. Ist die Wunschschule weiter entfernt, fällt ein zusätzlicher Fahrweg an, anfangs fahren Sie als Eltern die Kinder vielleicht noch, irgendwann muss es mit dem Bus fahren und schon ist es dem Diktat des Fahrplans unterworfen. Da ist es doch angenehmer, wenn es zu Fuß gehen oder später mit dem Rad fahren kann und zeitlich ein wenig flexibler ist. Auch Sozialkontakte sind leichter zu pflegen, wenn die Mitschüler im gleichen Viertel wohnen, als wenn sie eine Stunde Fahrt entfernt leben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass am Ende die Beziehungen zwischen Kindern, Lehrern und Eltern entscheidend sind für den Erfolg in der Schule. Daher würde ich immer die nächste Schule wählen. Natürlich gibt es Ausnahmen, wenn zum Beispiel zweisprachig gelernt werden soll, weil die Familie zweisprachig ist, wenn besondere Talente unterstützt werden sollen oder Schwächen vorhanden sind. Auch dann rate ich zuerst im Umfeld zu schauen.
Zwei Spezialthemen gab es in den Fragen zum Gewinnspiel, über die Einschulung von Zwillingen habe ich einen Beitrag geschrieben. Was Cousins, Geschwister oder auch gleichaltrige Kinder aus einer Patchworkfamilie angeht, so hängt es von den Kindern ab, ob es sinnvoll ist, sie in eine Klasse oder in verschiedene einzuschulen. Die Entscheidung liegt letztlich bei der Schule, nach meiner Erfahrung nimmt sie aber die Wünsche von Eltern auf, sofern diese begründet sind. Ich gebe zu, dass ich immer sehr pragmatisch bin und aus dieser Perspektive finde ich es besser, wenn Geschwister die gleiche Schule besuchen oder in die gleiche Klasse gehen, weil alles andere zusätzlichen Organisationsaufwand bedeutet, der wiederum zum Stressfaktor werden kann. Aber wenn Kinder sehr unterschiedlich sind und zu erwarten ist, dass der eine frustriert ist und der andere triumphiert, kann sich dieser Stress lohnen. Da gilt es also immer abzuwägen, was leistbar ist. Auf jeden Fall würde ich aber alle Kinder, wenn möglich, in die gleiche Schule einschulen, damit nicht noch zusätzliche Fahrwege anfallen.