So ein Neustart einer Gruppe ist immer aufregend und manchmal schwierig, das gilt auch die Klasse. Leider können Sie als Eltern Ihrem Kind das nicht abnehmen, sondern Ihr Kind nur unterstützen und auffangen, wenn es doch schiefgehen sollte. Je mehr Sie Ihr Kind dabei unterstützen, unabhängig von anderen zu werden, sich selbst sicher zu sein und ein gutes Selbstvertrauen aufzubauen, umso leichter wird es sich in der Klasse einleben.

Selbstwertgefühl als Voraussetzung

Die Grundvoraussetzung dafür, dass jemand sich in einer neuen Gruppe zurechtfindet, ist ein gutes Selbstwertgefühl. Das bedeutet, dass jemand – ob Kind oder Erwachsener – sich selbst als wertvoll und bedeutsam empfindet. Nicht in dem Sinne, dass er berühmt ist, aber doch dass ihm klar ist, er ist mit allen Stärken und Schwächen, positiven und negativen Eigenschaften einzigartig und wichtig. Das erfährt ein Kind dann, wenn Eltern es in positiven Dingen bestärken und ihm vermitteln, dass negative Dinge – Fehler, schlechte Eigenschaften – jeder hat und dass man versuchen muss, sich da zu bessern. Dass das aber kein Grund ist, sich selbst oder jemanden nicht toll zu finden. Sagen wir es mal so: Ein Apfel schmeckt auch gut, wenn er angeditscht ist oder Macken hat. Sprich: Die Voraussetzung dafür, dass ein Kind in der Schule zurechtkommt, werden schon früh gelegt.

Positive Gruppenerlebnisse schaffen

Wichtig sind dann aber auch die Gruppenerfahrungen, die ein Kind gesammelt hat. Ein Kind, das erlebt hat, dass sich mal diese und mal jene zu Klübchen zusammenschließen und man mal zur einen oder anderen Gruppe gehört, kommt leichter damit zurecht, wenn es in der Schule solche Cliquen vorfindet. Die Erfahrungen mit anderen Kindern machen es auch leichter, Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden. Um Ihrem Kind möglichst viele Erfahrungen zu verschaffen, suchen Sie nach Möglichkeiten, fremde Kinder zu treffen – beim Vorlesenachmittag in der Bücherei zum Beispiel oder beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr. Schauen Sie in den Veranstaltungskalender Ihres Ortes, da finden sich immer kleine Workshops oder Aktionen, an denen die Kinder einmalig teilnehmen können. Eine gute Trainingsbühne zum Umgang mit anderen ist natürlich auch ein Sportverein, eine Musikgruppe oder eine andere Aktion, die regelmäßig stattfindet. Wichtig ist, dass Ihr Kind diese Angebote alleine wahrnimmt. Ich weiß, das ist für manche Eltern schwierig, aber Sie tun Ihrem Kind einen Gefallen, wenn Sie loslassen und es seine eigenen Erfahrungen machen lassen.

Mut machen durch Geschichten und Bilderbücher

Ergänzend dazu, lohnt es sich, Geschichten und Bilderbücher miteinander zu lesen, in denen genau das thematisiert wird: Sich in fremden Gruppen zurechtzufinden und Cliquen auszuhalten. Ich muss in meinem Bücherregal und in den Katalogen stöbern, welche Bücher das sind, aber ich bin sicher, dass die Fachkräfte in der Kita Ihnen aus dem Stand einige Titel nennen können. Tragen Sie sie gerne ins Kommentarfeld ein, dann erstelle ich hier eine Liste von Büchern für Vorschulkinder zu dem Thema.

Das Leben leben

Ich weiß, es wäre schön, wenn es ein Rezept oder eine Medizin gäbe, mit dem man einem Kind Ängste nehmen und ihm einen schönen Platz im Leben sichern kann. Das gibt es leider nicht. Jeder Mensch muss in einer Gemeinschaft seine eigenen Erfahrungen machen, aber: Sie können Ihrem Kind helfen, die richtigen Schlüsse zu ziehen, indem sie mit ihm sprechen, es erinnern, dass es ähnliche Situationen bereits gemeistert hat, mit ihm gemeinsam Lösungswege suchen und ggf. mit der Lehrerin oder dem Lehrer sprechen, wenn das Kind sich in der Klasse nicht wohlfühlt. Sie sind als Eltern auch eine Art Anwalt Ihres Kindes, wie ein Anwalt nicht sofort Klage einreicht, sondern erst versucht die Situation so zu klären, so sollten auch Sie mit dem Kind versuchen, Ursachen zu finden. Das klingt anstrengend, ist es aber nicht, solange man im Gespräch bleibt und sein Kind einschätzen kann. Und für Ihr Kind sind Sie die Experten.