Wenn wir als Erwachsene den Kinderalltag anschauen, scheint uns alles so leicht und selbstverständlich und nicht so, als brauchte man besonders Mut und Selbstvertrauen, um die kleinen Hindernisse zu bestehen. Viele von uns haben vergessen, dass sie vor Jahren auch zum ersten Mal alleine bei den Großeltern übernachtet haben oder schwimmen sollten oder eben am ersten Schultag ohne Eltern unter fremden Kindern zurückbleiben mussten.

Erinnerungen an die eigene Kindheit

Um Kinder zu verstehen, ist es hilfreich, sich an seine eigene Kindheit zu erinnern. Dabei helfen alte Fotos, alte Zeitschriften, alte Fernsehfilme, Mamas oder Papas Kindergartenmappe, aber auch Geschichten über Kinderleben. Ob Michel aus Lönneberga oder Neues aus Uhlenbusch, ob Rabe Siebenstein oder Daktari – Geschichten tragen Sie zurück in die Kindheit und Sie werden sehen, dass Ihre Kinder genauso viel Freude haben an den Geschichten wie Sie damals, als Sie klein waren.

Die Mutfrage und Erinnerungen

Wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Kind in Ihre persönliche Geschichte zurückgehen, wird vielleicht auch klarer, welche Sorgen Ihr Kind sich am Übergang zur Schule macht. Entweder fallen Ihnen Ihre eigenen Ängste ein oder Ihr Kind will wissen, ob Sie denn keine Angst hatten vor den Lehrern, vor der Schule oder anderen unbekannten Dingen. Dann wissen Sie, was Ihr Kind fühlt. Dann können Sie ihm ebenfalls an eigenen Erlebnissen erklären, dass Sie zwar ein unbehagliches Gefühl hatten, aber auch den Mut, sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Wenn Sie dann noch berichten, wie toll es war, sich in der Schule wohl zu fühlen und wie schön dieses Erlebnis ist, mutig eigene Ängste zu bewältigen, motiviert das Ihr Kind, ebenfalls mutig mit neuen Situationen umzugehen.

Bücher als Ersatz-Vorbild

Ja, ich weiß, nicht jede Kindheit ist ein Ponyhof und nicht jeder kann mit schönen Mut-Erlebnissen aufwarten. Wie gut, dass es Bücher gibt, die auf verschiedene Weise Mutmach-Situationen erzählen und die zeigen, dass Mut am Anfang steht von vielem, was wir selbstverständlich können und sei es das Rutschen auf dem Spielplatz. In dem Buch „Meine mausestarken Mutmach-Geschichten“ werden kurz einige solcher Beispiele beschrieben: Klettern auf dem Spielplatz, Gewitter oder die Abwesenheit der Eltern. Kindern – wie übrigens auch uns Erwachsenen – hilft es, sich klar zu machen, dass sie schon Mut hatten und scheinbar unlösbare Momente bewältigt haben. Etwas ausführlicher, aber mit der gleichen Botschaft wird in anderen Leo Lausemaus-Büchern beschrieben, wie es ist, alleine bei den Großeltern zu bleiben oder Schwimmen zu lernen. Es gibt noch viele weitere Bücher, die solche Geschichten erzählen, aber manchmal ist es doch praktisch, wenn man für einen Blog mit einem Verlag kooperiert und sich eben mal die Bücher, die für einen Beitrag sinnvoll erscheinen, zuschicken lassen kann 🙂 Wenn Sie weitere Buchtipps rund ums Mut machen habt, gerne her damit, ich ergänze sie dann hier und werde beim nächsten Besuch in der Bücherei selbst auch ein bisschen stöbern.

  • Marco Campanella: Leo Lausemaus. Meine mausestarken Mutmach-Geschichten. Lingen Verlag 2016
  • Marco Campanella: Leo Lausemaus allein bei den Großeltern. Lingen Verlag 2017 (So süß!)
  • Marco Campanella: Leo Lausemaus lernt schwimmen. Lingen Verlag 2017