Die Einschulung am ersten Schultag darf und sollte gefeiert werden, aber dann beginnt der Alltag. Das ist bei Kindern nicht anders als bei Erwachsenen, denn Schule ist genauso ein Job wie die Berufe, die die Eltern ausüben. Es gibt mehr Rechte, aber auch Pflichten, die eingehalten werden müssen. Dazu gehört, sich an die von der Schule vorgegebenen Zeiten zu halten und sich nach dem zu richten, was die Lehrer im Unterricht vorgeben, zum Beispiel  eine Art Heimarbeit. Lernen findet nicht nur in der Schule statt, sondern auch zu Hause und/oder in der Betreuung. Durch die Hausaufgaben wird der Schulstoff wiederholt und trainiert. Das gilt ganz besonders für das Lesen. Am Anfang müssen Kinder laut lesen, um die Technik zu trainieren. In der Betreuung ist das nicht möglich, deshalb haben alle Kinder zu Hause noch eine Aufgabe: Lesen üben.

Bausteine im Schulalltag Ihres Kindes

  • Rechtzeitig aufstehen
  • Die richtige Kleidung anziehen
  • Den Schulweg meistern
  • Hausaufgaben erledigen
  • Zur richtigen Zeit lernen
  • Am feste Lernplatz lernen
  • Lesen üben
  • Lernstoff nutzen und erleben
  • Freizeit zum Entspannen
  • Ausreichend schlafen

Auch der Schulalltag beginnt mit dem Aufstehen

lingen_ebbert_sb-weckerMit der Einschulung ist die Zeit vorbei, in der Ihr Kind sich morgens noch einmal umdrehen oder das Haus fertigmalen konnte. Nun heißt es, rechtzeitig aufzustehen, damit der Schulalltag nicht mit Stress und Hektik beginnt. Wann das ist, hängt davon ab, wann der Unterricht beginnt, ob Ihr Kind vorher in die Betreuung. geht, wie weit der Weg zur Schule ist und wie lange Ihr Kind benötigt, um fit zu werden. Da sind Kinder wie Erwachsene unterschiedlich. Gerade im ersten Schuljahr ist es wichtig, dass sich der Familienalltag dem Rhythmus des Kindes anpasst, soweit das möglich ist. Die Eltern und älteren Geschwister haben schon mehr Routine, der Erstklässler oder die Erstklässlerin muss diese Routine noch entwickeln. Je eher es einen eigenen Ablauf findet, umso besser. Deshalb ist es sinnvoll, dass Ihr Kind schon ab der Einschulung einen Wecker hat, der klingelt, auch wenn Sie es wecken. So gewöhnt es sich daran, irgendwann alleine in den Tag zu starten.

Die richtige Kleidung

Es wäre gut, wenn Ihr Kind sich bei der Einschulung schon selbst anziehen könnte. Das erleichtert den Tag in den Start. Ebenso fällt das Aufstehen leichter, wenn Sie mit dem Kind schon am Vorabend die passende Kleidung herausgesucht haben. Dadurch haben Sie morgens keine Diskussionen über die Farbe des Pullis und keine lange Suche nach der Lieblingshose. Generell gilt: Die Schulkleidung sollte funktional, passend, bequem und wenig aufwendig. Farbe, Schnitt und Aufnäher spielen dabei keine Rolle, da kann Ihr Kind seine Vorlieben einbringen. Wichtig ist ferner, dass die Schuhe passen und alltagstauglich sind. Schuhe mit kleinen Absätzen, wie sie heute schon kleine Mädchen gerne tragen, oder Riemchen sind ebensowenig für die Schule geeignet wie coole Schuhe mit verdeckten Rollen.

Den Schulweg meistern

SchulwegOptimal ist es, wenn Ihr Kind den Schulweg zu Fuß hinter sich bringen kann. Der große Vorteil ist, dass es sich morgens und mittags dabei schon ein wenig auspowert, sodass ihm das Sitzen in der Schule und beim Lernen zu Hause leichter fällt. Außerdem spürt es von Anfang an ein Gefühl von Eigenständigkeit und Unabhängigkeit, das es mehr beflügelt, als wir Erwachsene oft denken. Wenn die Schule zu weit entfernt ist, gibt es vielleicht andere Möglichkeiten, dem Kind das Gefühl zu vermitteln, indem Sie es zum Beispiel an einer Straßenecke aussteigen lassen und nicht bis vors Schultor fahren. Vor allem aber sollten Sie Ihr Kind nicht bis in die Klasse bringen oder ihm den Ranzen tragen. Wir Erwachsene neigen in der Hektik des Alltags zu solchen Maßnahmen, aber damit nimmt man dem Kind dieses Gefühl, groß und eigenständig zu sein.

Hausaufgaben erledigen

Erstklässler sind meist noch sehr motiviert, wenn es darum geht, Hausaufgaben zu erledigen. Diese Motivation können Sie nutzen, um eine Routine für die Hausaufgaben zu entwickeln. Das erleichtert Ihnen und Ihrem Kind den Rest der Schulzeit, denn Hausaufgaben begleiten Sie die gesamten Schuljahre. Wenn Ihr Kind die Hausaufgaben in der Betreuung erledigt, wäre es gut, wenn Sie nach der Rückkehr oder abends gemeinsam durchgehen würden, ob alles fertig ist. Manche Aufgaben wie Lesen üben oder Recherchen können ohnehin nur zu Hause erledigt werden. Da ist es gut, wenn Sie von Anfang an ein Auge auf die Aufgaben haben. Macht Ihr Kind die Hausaufgaben zu Hause, empfiehlt es sich ebenfalls ein Ritual daraus zu machen. Noch können Sie ausprobieren, welche Lernzeit am besten passt, auch da hat ein Kind seinen eigenen Rhythmus.

Zur richtigen Zeit lernen

Auch wenn es schön wäre, es gibt keine Lernzeit, die für alle Kinder richtig ist. Manche möchten die Hausaufgaben gerne direkt nach der Schule hinter sich bringen, andere benötigen eine lange Bewegungspause, ehe sie wieder stillsitzen können. Wenn Ihr Kind eine Betreuung besucht, können Sie das kaum beeinflussen. Lernt es aber zu Hause, können Sie auf seinen Rhythmus eingehen, das erspart Ihnen allen Stress, Diskussionen und Ärger.

Am festen Lernplatz lernen

Der Mensch lässt sich gerne von Gewohnheiten leiten, das ist einfach und man weiß genau was zu tun ist. Das gilt auch für das Lernen. Gewohnheiten erleichtern den Schulalltag ungemein. Dazu gehört neben einer festen Lernzeit ein fester Lernplatz. Richten Sie Ihrem Kind, wenn möglich zum Tag der Einschulung einen Schulkind-Platz ein, an dem es alles erledigt, was mit der Schule zu tun hat. Wenn Sie keinen Platz haben für einen eigenen Schreibtisch, finden Sie in dem Beitrag über den Lerncounter eine Alternative, die sich überall umsetzen lässt.

Lesen üben

Bucherlebnisse - wertvoll für das ganze LebenSobald Ihr Kind in der Schule beginnt zu lesen, hat es eine Dauerhausaufgabe, die oft gar nicht groß angekündigt wird. Es muss nämlich Lesen üben. Das kann sehr anstrengend sein – für Kinder und Eltern, aber es führt kein Weg daran vorbei. Ihr Kind muss sich durch Wörter stammeln, um das Prinzip des Lesens zu verinnerlichen. Aber Sie werden merken, irgendwann hat es dieses verstanden. Es liest auf einmal deutlich flüssiger, erkennt Wörter am Wortbild und braucht sie nicht mehr buchstabenweise zu erlesen. Das klappt aber nur, wenn Ihr Kind jeden Tag einige Wörter oder Sätze übt. Das können Texte aus dem Schulbuch sein, aber auch Erstlesebücher oder Reklameblätter, Hauptsache Ihr Kind liest.

Lernstoff nutzen und erleben

Vieles, was Ihr Kind in der Schule im ersten Jahr lernt, erscheint ihm und Ihnen noch wenig Sinn zu ergeben. Das liegt daran, dass da die Grundlagen wie Buchstaben und Zahlen vermittelt werden. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihrem Kind Gelegenheiten ermöglichen, bei denen es das, was es gelernt hat anwenden kann. Das ist leicht möglich, wenn Sie es zum Beispiel im Supermarkt Dinge suchen lassen oder auf dem Flohmarkt kleine Rechnungen ausführen lassen. Solche Erlebnisse vermitteln Ihrem Kind, dass es sinnvoll ist zu lernen, und es stärkt das Selbstvertrauen.

Freizeit zum Entspannen

Schule ist der Job Ihres Kindes, das betone ich immer wieder, denn das heißt auch, dass Ihr Kind ein Recht auf Freizeit und Urlaub hat. Diese Zeit sollte mit Dingen gefüllt werden, an denen es Freude hat und nicht noch zusätzlichen Druck aufbauen. Wenn es Klavier lernen möchte, dann lernt es das mit Freude, wie es mit Spaß zum Fußballtraining geht, wenn es Fußball toll findet. Versuchen Sie die Interessen Ihres Kindes mit ihm gemeinsam zu entdecken. Lassen Sie ihm aber auch Zeit, die Seele baumeln zu lassen, wie auch immer es dies am liebsten tut. Einzig beim Medienkonsum sollten Sie den Umfang einschränken. Alle Bildschirmmedien belasten Auge und Gedächtnis extrem und verhindern, dass sich der Geist entspannt. Nutzen Sie dafür ggf. die Möglichkeiten der modernen Technik, zeichnen Sie Lieblingssendungen für später auf oder speichern Sie Spielergebnisse für die nächste Spielzeit ab.

Gesunde Ernährung

Lange Zeit dachte man, nur bei körperlicher Arbeit würde Energie verbraucht. Das ist ganz und gar nicht so, das Gehirn benötigt ebenfalls Treibstoff, um beste Leistung zu erbringen. Diese Energie zieht das Gehirn aus dem, was wir essen und trinken. Deshalb ist es so wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und darauf, dass Ihr Kind ausreichend trinkt. Am besten Wasser, damit das Gehirn geschmeidig bleibt. Wenn Ihr Kind in eine Betreuung geht, wird dort sicher auf eine lernförderliche Speisenfolge geachtet. In jedem Fall sollten Sie ihm Wasser mitgeben und ein paar Nüsse, denn deren Inhaltsstoffe mag das Gehirn besonders gerne.

Ausreichend schlafen

Neben Bewegung und einer guten Ernährung wünscht sich ein Körper ausreichend Schlaf, damit ein Kind den Schulalltag gut bewältigen kann. Das ist ein leidiges Thema und auch hier spielt die Gewohnheit eine wichtige Rolle. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind früh zu Bett geht, Erstklässler benötigen rund 10 Stunden Schlaf, wenn Ihr Kind also um 6.00 Uhr aufstehen muss, sollte es spätestens um 20.00 Uhr im Bett sein. Am besten ist es, wenn Sie vor der Einschulung experimentieren, welches der beste Schlafrhythmus ist. Wenn Ihr Kind sich an die Zeiten gewöhnt hat, fällt es ihm leichter sich daran zu halten. Das ist für alle Seiten gerade am Anfang nicht leicht, aber es lohnt sich und wenn Ihr Kind älter ist, können Sie auch Ausnahmen zulassen. Aber gerade am Anfang ist eine Regelmäßigkeit wichtig. Da geht es Kindern nicht anders als Erwachsenen, die eine Diät machen oder sich das Rauchen abgewöhnen, wird man seinen Vorsätzen gleich am zweiten Tag untreu, gerät das ganze Vorhaben ins Wanken.