SchulranzenDer Schulranzen, die Schultasche oder Tornister, wie er vielerorts auch genannt wird, ist das wichtigste Kennzeichen eines Schulkindes. Und er ist die aufwendigste Neuanschaffung, die Sie vor der Einschulung tätigen müssen. Beim Kauf sind einige Dinge zu beachten und Ihr Kind sollte auch noch mitreden. Am besten machen Sie aus der kniffligen Aufgabe ein Event und planen einen Ranzentag ein.

Der Schulranzen – mehr als eine Tasche

In erster Linie dient ein Ranzen natürlich dazu, dass Ihr Kind Schulbücher, Hefte und andere Utensilien zur Schule und zurück trägt. Aber darüber hinaus ist er auch das, was man in der Modebranche ein Statement nennen würde. Durch das Design wird anderen vermittelt, wofür sich ein Kind interessiert – mag es Delfine oder die Feuerwehr, rosa Ponys oder wilde Kerle. Kinder wissen schon, warum sie das eine Muster dem anderen vorziehen. Deshalb ist es wichtig, dass das Kind in die Entscheidung einbezogen wird. Sprechen Sie über seine Wünsche und erinnern Sie unter Umständen daran, dass es vor zwei Wochen noch ganz anders dachte. Oder fragen Sie nach, ob es ganz sicher ist, dass es auch in einem halben Jahr noch dieses oder jenes Muster gut findet.

Am wichtigsten aber: der Tragekomfort

Auch wenn das Design eine Rolle spielt, ist entscheidend für den Kauf natürlich, ob der Ranzen gut sitzt. Ihr Kind sollte in jedem Fall den Ranzen aufsetzen und damit im Geschäft hin- und herlaufen. Nur so erkennen sie, ob er passt. Auch wenn die Ranzen auf den ersten Blick alle gleich aussehen, unterscheiden Sie sich gerade zwischen den Herstellern oft in der Höhe. Das ist auch nötig, denn es gibt kleine und große Erstklässler. Nicht alles lässt sich durch Einstellen der Trageriemen korrigieren, aber das kennen Sie vom Kauf eines Rucksacks genauso. Ein Schulranzen ist ja nichts anderes als ein Rucksack für einen bestimmten Zweck. Für einen Ranzen gilt: Er sollte höchstens so breit wie die Schultern des Kindes sein und möglichst eng am Rücken anliegen. Hier unterscheiden sich die Ranzen häufig, manche haben ein Rückenpolster, das sich anschmiegt. Wichtig ist auch, dass er Ranzen nicht auf den Lendenwirbel drückt.

DIN-Norm 58124 für Schulranzen

Bei uns sind viele Dinge durch die DIN-Norm geregelt und so gibt es auch ein paar grundlegende Vorschriften, die alle Schulranzen einhalten müssen. Ein Ranzen, der mit der Aufschrift „nach DIN-Norm 58124“ versehen ist, erfüllt diese Vorschriften. Achten Sie daher beim Kauf auf das Zeichen. Zu den Vorschriften gehört zum Beispiel, dass ein Teil der Flächen der Ranzen eine bestimmte reflektierende Farbe haben müssen, damit Kinder im Straßenverkehr gut gesehen werden. Auch muss er wasserabweisend sein – bei unserem Wetter durchaus sinnvoll J. Ebenso gibt es Hinweise für die Rückenpolsterung, die Ergonomie und die Tragegurte. Ehe ein Ranzen diese Aufschrift erhält, wird er in einem Prüflabor getestet, sodass Sie als Eltern eine gewisse Sicherheit haben. Allerdings wird dabei ein Durchschnittskind zugrunde gelegt, deshalb ist es immer noch wichtig, dass Ihr Kind den Ranzen vor dem Kauf testet. Das gilt auch für die Ranzentests der Stiftung Warentest, die alle paar Jahre stattfinden. Sie können nicht jedes große oder kleine, dicke oder dünne, ältere oder jüngere Schulkind im Blick haben, allerdings helfen sie bei der Einschätzung der Kriterien, die unabhängig vom Kind sind.

Fragen beim Kauf eines Ranzens

Ein Schulranzen sollte möglichst die ganze Schulzeit halten. Auch deshalb ist die Auswahl des Designs wichtig, Geschmäcker ändern sich. Je neutraler, desto besser. Darüber hinaus ist es nötig, dass der Ranzen gut verarbeitet ist. Diese Übersicht hilft Ihnen, den richtigen Ranzen zu finden:

  • Entspricht das Design den länger anhaltenden Interessen meines Kindes?
  • Liegt der Ranzen am Rücken an, wenn es ihn trägt?
  • Ist der Ranzen im leeren Zustand nicht zu schwer?
  • Verhindern breite, gepolsterte Gurte, dass der Ranzen drückt oder Druckstellen hinterlässt?
  • Schnüren die Gurte das Kind am Hals nicht ein?
  • Lassen Sich die Gurte leicht und stufenlos mit einer Hand verstellen?
  • Liegt der Tragegriff gut in der Kinderhand?
  • Sitzen die Gurte auch nach dem Verstellen richtig?
  • Sind alle Ecken und Kanten gerundet und nicht scharf?
  • Hat der Ranzen reflektierende Leuchtstreifen oder Leuchtflächen an den Außenseiten?
  • Ist im Inneren des Ranzens Platz für ein Namenschild? (Im Inneren, damit Fremde Ihr Kind nicht mit Namen ansprechen können, weil sie den Namen auf dem Ranzen gelesen haben.)
  • Gibt es mindestens ein großes Fach für Bücher, ein schmales Fach für Hefte, ein Seitenfach für die Trinkflasche und ein oder zwei Nebenfächer vorne oder innen für Kleinigkeiten?

Zum letzten Ranzencheck bei der Warentest von 2013