Mit der Einschulung beginnt ein ganz neuer Lebensabschnitt im Leben eines Kindes. Daher lohnt es sich als Eltern, sich Gedanken über die Schulvorbereitung zu machen. Je harmonischer der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule verläuft, desto besser sind die Weichen für den Erfolg in der Schule gestellt. Wir haben daher für Sie die zehn Dinge zusammengestellt, die wichtig für einen guten Start sind. Dabei wird schon deutlich, dass Einschulung und Schulvorbereitung ein größeres Projekt sind, das sich nicht an einem Tag umsetzen lässt. Grob geschätzt dauert die Schulvorbereitung ein Jahr, auch wenn Sie nicht täglich etwas organisieren müssen. Aber irgendwie ist die Einschulung ja doch immer im Kopf – wenn Ihr Kind über Erlebnisse aus einem Vorschulprojekt spricht, der Brief des Schulamtes eintrudelt, die Oma nach einem passenden Geschenk fragt oder Ihr Kind im Geschäft vor seinem Traumranzen steht. Lassen Sie sich davon nicht irritieren, Sie haben ein Jahr Zeit.

1. Förderung der Schulfähigkeit des Kindes

SchulanfängerDie meisten Kinder freuen sich auf die Schule, weil sie sich als Schulkind erwachsener fühlen und weil sie in der Schule Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Um diese Freude möglichst lange zu erhalten, sollten sie bei der Einschulung einige Grundfertigkeiten besitzen, die Fachleute auch Vorläuferfähigkeiten nennen. Diese Anforderungen gab es schon immer, früher sprach man von Schulreife, heute heißt es Schulfähigkeit, die Inhalte sind ähnlich. Es geht darum, dass ein Kind sehen und hören kann, dass es den Stift – möglichst richtig – hält, aber auch dass es ein erstes Gefühl für Buchstaben, Laute, Zahlen und Mengen entwickelt hat. Diese Fähigkeiten entwickelt es nebenbei, wenn es tobt, zuhört, die Umwelt betrachtet und kleine Aufgaben im Haushalt übernimmt. Viele Kinder haben dazu nur wenig Gelegenheit, deshalb beschäftigt man sich seit einigen Jahren intensiver mit der Förderung der Schulfähigkeit in der Kita.

2. Zeitpunkt der Einschulung

Da es in Deutschland eine Schulpflicht gibt, liegt es nicht in der Entscheidung der Eltern, wann ein Kind in die Schule kommt. Der Zeitpunkt der Einschulung wird durch die Schulgesetze der Bundesländer geregelt. Wann der erste Schultag für ein Kind ansteht, richtet sich nach seinem Geburtstag, ein Kind wird schulpflichtig, wenn es an einem bestimmten Stichtag das 6. Lebensjahr erreicht hat. In fast allen Bundesländern und unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, ein Kind ein Jahr vom Schulbesuch zurückzustellen ((LINK Beitrag Zurückstellung)). Früher besuchten alle diese Kinder einen Schulkindergarten, eine Grundschulförderklasse oder eine Vorschule, heute werden sie je nach Schulgesetz nur noch in einigen Bundesländern angeboten. Es ist sinnvoll, dass Sie sich ab dem 5. Geburtstag darauf einstellen, dass Ihr Kind im kommenden Jahr ein Schulkind wird.

3. Entscheidung über die Schule

SchulwegWelche Grundschule Ihr Kind besucht, hängt auch davon ab, in welchem Bundesland Sie leben. Teilweise sind Sie verpflichtet, Ihr Kind in der nächstgelegenen Schule anzumelden, teilweise können Sie zusammen mit Ihrem Kind entscheiden, welche Grundschule es besucht. Keine leichte Entscheidung, denn genauso wichtig wie Qualität und Angebot einer Schule ist, ob Ihr Kind in dem fremden Umfeld bereits Kinder kennt, ob es den Schulweg vielleicht sogar zu Fuß zurücklegen kann oder auch ob es dort eine Nachmittagsbetreuung gibt, wenn Sie ganztags berufstätig sind. Am besten erstellen Sie eine Liste mit Kriterien, die für Sie wichtig sind. In jedem Fall sollten Sie bei der Entscheidung Ihr Kind einbeziehen, schließlich wird es einige Jahre dort verbringen. Eine gute Gelegenheit, sich unverfänglich einen Eindruck zu verschaffen bietet neben dem Tag der offenen Tür, jede Schulveranstaltung, vom Schulfest bis zum Trödelmarkt.

4. Schulanmeldung

Meist am Anfang des Schuljahres vor dem Einschulungstermin werden die Eltern der Kinder, die schulpflichtig werden, vom Schulamt angeschrieben und aufgefordert, ihr Kind an einer Grundschule anzumelden. Je nach Bundesland ist das die nächstgelegene Grundschule oder eine Schule der Wahl. Spätestens dann beginnt der Prozess der Entscheidung über die Schule. Die Schulanmeldung ist ein bürokratischer Akt, bei dem das Kind anwesend sein sollte. So kann sich die Schulleitung einen Eindruck vom Kind verschaffen und es selbst schnuppert schon einmal Schulluft und spürt, dass die Einschulung näher rückt. In dem Schreiben des Schulamtes steht, welche Unterlagen Sie benötigen, in jedem Fall sollten Sie den Brief dabei haben, Ihren Personalausweis und die Papiere Ihres Kindes, das Heft über die U-Untersuchungen und den Impfausweis. Ganz wichtig ist, dass Sie auch Bescheinigungen über Krankheiten und Allergien mitbringen, damit die Schule diese schon vermerkt. Auch wenn die Schulanmeldung nur ein bürokratischer Akt ist, ist er doch ein wichtiger Tag im Leben Ihres Kindes, wenn Sie also Zeit haben, sollten Sie den ruhig im Anschluss ans Ausfüllen der Formulare mit einem heißen Kakao feiern.

5. Schuleingangsuntersuchung

Ab Beginn des Schuljahres, das der Einschulung vorausgeht, läuft der Prozess der Schulvorbereitung. In der Regel erhalten Sie von der Stadt ein Schreiben, dass Ihr Kind schulpflichtig wird und Sie sich mit dem Kind zu einer Schuleingangsuntersuchung einfinden sollen. Wie diese Untersuchung abläuft, ist nicht einheitlich geregelt, aber meist wird die Schulfähigkeit des Kindes mit einigen Aufgaben überprüft, es wird nachgeschaut, ob die U-Untersuchung stattgefunden und besondere Auffälligkeiten ergeben hat, das Impfbuch wird eingesehen und Sehen und Hören werden getestet. Die Schuleingangsuntersuchung zeigt Ihnen unter Umständen auch, in welchen Bereichen Sie Ihr Kind im letzten Jahr vor der Schule noch fördern sollten, damit es schulfit wird.

6. Der richtige Ranzen und andere Schulutensilien

lingen_ebbert_sv_stifteMit der Einschulung ändert sich der Alltag Ihres Kindes und es braucht Dinge, die bis dahin nicht zwingend nötig waren. In der Regel geben die Schulen einige Wochen vor dem Schulstart eine Liste mit Materialien heraus, die ein Kind mitbringen sollte – vom Malkasten bis zum Turnbeutel, von der Art der Hefte bis zu den Buntstiften. Hier sollten Sie sich möglichst an den Vorgaben orientieren, weil die Schulen sie auf den Inhalt des Unterrichts und die Abläufe in der Schule abstimmen. Ebenso wichtig ist aber der Ranzen, der nicht nur gut aussehen, sondern Ihrem Kind auch passen sollte. Hier lohnt es sich, ein wenig Zeit zu investieren, damit der Ranzen die Grundschulzeit hält und nicht schon nach einem halben Jahr ausgetauscht werden muss, weil er drückt. Ob Sie Turnbeutel und Federmäppchen passend zum Ranzen wählen, ist Geschmackssache, wichtig ist, dass beide vorhanden sind. Auch das Design der Dose für das Pausenbrot und die Trinkflasche bleibt Ihnen überlassen in jedem Fall sollte Ihr Kind beides besitzen, damit es auf den Schulalltag vorbereitet ist.

7. Schulweg-Check

Die Einschulung Ihres Kindes geht einher mit seinem Wunsch nach größerer Selbstständigkeit. Deshalb wäre es optimal, wenn es eine Schule besuchen könnte, die sich so nah an Ihrer Wohnung befindet, dass es den Weg zu Fuß machen kann. Zu Fuß gehen ist für ein Kind Freiheit, weil es nicht von anderen abhängig ist. Natürlich soll es nicht vom ersten Tag an alleine gehen, aber schön wäre doch, wenn es – wie Sie vielleicht auch – mit Freunden den Schulweg meistern könnte. Aber auch wenn Sie Ihr Kind begleiten oder mit dem Auto fahren, empfiehlt es sich als Schulvorbereitung, den Weg vor dem ersten Schultag gemeinsam zu gehen, mögliche Gefahrenpunkte zu besprechen und miteinander Merkpunkte zu suchen. Viele Städte bieten dafür speziell einen Schulwegplan an, fragen Sie dort nach und wenn es  keinen gibt, erstellen Sie einen eigenen Schulwegplan.

8. Die Schultüte und andere Geschenke

Die Schultüte ist natürlich das wichtigste Utensil des ersten Schultages. Der Brauch ist rund 200 Jahre alt, während die Schultüte jedoch früher eher Obst und nützliche Dinge enthielt, macht sie heute dem auch oft verwendeten Begriff „Zuckertüte“ alle Ehre. Wie Sie die Schultüte füllen, richtet sich nach Ihren Gewohnheiten. Wichtig ist, dass der Inhalt dem Kind Freude bereitet. Das gilt auch für das Aussehen der Schultüte und da streiten sich seit Jahren die Geister: Gibt es eine gekaufte oder selbst gebastelte Schultüte? Viele Kindergärten bieten an, eine Schultüte  zu basteln, aber das Angebot in den Geschäften ist natürlich auch verlockend. Hören Sie auch auf die Meinung Ihres Kindes und fragen Sie nach, warum es diese oder jene Variante möchte. Es wäre doch schade, wenn der erste Schultag gleich mit einer Enttäuschung begänne.

9. Betreuung für die Schulzeit

Auf keinen Fall sollten Sie bei der Schulvorbereitung vergessen, wo Ihr Kind sich aufhält, wenn es keinen Unterricht hat und Sie arbeiten. Viele Schulen bitten eine Betreuung über Mittag und nachmittags an, das kann u. U. auch ein Kriterium für die Schulwahl sein. Wenn es diese Möglichkeit nicht gibt, ist es wichtig, schon vor dem ersten Schultag eine Lösung zu finden. Und diese Lösung – ob Oma, Tageseltern oder Kinderhort – sollte nicht nur ab Schulschluss bereitstehen. Es ist immer möglich, dass Unterricht ausfällt und die Kinder früher als im Stundenplan vorgesehen, nach Hause geschickt werden. Auch für diesen Fall muss ein Plan vorhanden sein und auch diesen Plan sollte Ihr Kind kennen. Nicht, dass es plötzlich vor verschlossener Tür steht und verunsichert durch die Straßen streunt.

10. Der erste Schultag als Fest

Der erste Schultag ist im Leben eines jeden so wichtig wie der Schulabschluss, die Führerscheinprüfung oder die Hochzeit. Er ist der Start in einen neuen Lebensabschnitt und darf deshalb auch gebührend gefeiert werden. Viele Schulen legen daher den ersten Schultag auf einen Samstag, damit auch Eltern und Großeltern teilhaben können. Unabhängig davon ist es schön, wenn Sie den Tag über den Schulvormittag hinaus so gestalten, dass er in Erinnerung bleibt. Vielleicht planen Sie ein Fest mit der Familie oder einen besonderen Ausflug, keinesfalls sollten Sie Erinnerungsfotos mit Schultüte und Ranzen vergessen.