Nachdem jetzt endlich das Frühjahr kommen soll, macht es auch wieder Spaß, in Wiesen und Wälder herumzustreunen. Manchmal Kindern mehr als Eltern, nicht wahr 🙂 Manch einem von uns hat man Spaziergänge ein bisschen vergällt, weil wir immer sonntags mit in den Wald mussten. Andere haben ihre Begeisterung für die Natur in das Erwachsenenalter gerettet. Für alle gilt: Ein Ausflug in die Natur ist ein Erlebnis, das so viel Spaß macht und bei dem Ihr Kind nebenbei, ohne den Gedanken an Schule, Schulfähigkeit, Einschulung und spezielle Förderung, so viel lernt.

Wissen über die Natur

Gerade, aber nicht nur Stadtkinder kennen heute Bäume, Baumstämme, Blätter, Käfer, das Pochen eines Spechts und das Sausen einer Libelle allenfalls vom Bildschirm. Das ist nichts Neues. Schon vor Jahrzehnten gab es in Amerika eine Studie, bei der Kinder einen Wald zeichnen sollten. Das war zu der Zeit, als der Zeichentrickfilm „Heidi“ überall lief. Und? Viele Kinder zeichneten den Wald genauso, wie sie ihn bei „Heidi“ gesehen hatten inklusive Hütte von Heidis Opa, dem Almöhi. Wenn Ihr Kind auf mehr als Fernsehbäume zurückgreifen soll, wenn es einen Baum beschreiben muss, dann muss es Bäume erleben. Und Tiere und andere Pflanzen, Tümpel, Frösche, Käfer und was in der Natur zu sehen ist. Je mehr es live gesehen, vielleicht sogar gerochen oder angefasst hat, umso leichter fällt es ihm in der Schule, neuen Lernstoff zu verstehen. Das gilt nicht nur für den Sachunterricht, auch Rechenaufgaben greifen oftmals Naturthemen auf und  natürlich Gedichte und Geschichten in Lesebüchern. Das bedeutet nicht, dass Sie alles parat haben und jeden Baum oder jeden Vogel kennen müssen. Stecken Sie einfach einen Naturführer ein, als Buch oder, wie ich ihn vor einiger Zeit vom Lingen Verlag bekommen habe, als Block oder suchen Sie im Smartphone, dann haben alle etwas Neues gelernt.

Was ihr Kind im Wald sonst noch lernt?

Das gilt natürlich nicht nur für den Wald, sondern auch Wiesen, Felder und Parks. Gerade dort, wo Kinder grenzenlos herumlaufen dürfen, erleben sie den Wechsel der verschiedenen Bodenarten, Kiesel, Laub, Teer, Sand, Gras. Auf jede Bodenart muss der Körper sich neu einstellen, das geschieht automatisch, muss aber auch durch häufige Wiederholung trainiert werden. Haben Sie schon einmal auf einem Trampolin gestanden oder dem weichen Boden, der heute auf Spielplätzen häufig die Schaukeln umgibt. Man sackt weiter ein und muss anders gehen als auf Asphalt. Wir sind trainiert in solchen Wechseln, weil wir als Kind über Laub und Straßen, Sand und Kies gegangen sind. Ihr Kind braucht diese Erfahrung. Aber auch beim Balancieren auf einem Baumstamm oder Klettern im unwegsamen Gelände bekommt das Kind ein neues Gefühl für den Körper und es lernt, seine Kräfte, seine Schrittlänge und seine Fähigkeiten einzuschätzen und sich vielleicht auch selbst zu überwinden, eine wichtige Voraussetzung für das Selbstvertrauen. Übrigens übt es dort auch die räumliche Orientierung, die zu den sogenannten Vorläuferfähigkeiten zählt.. Ich erinnere mich gut an einen Spaziergang mit meiner fünfjährigen Patentochter. Als wir das vierte Mal links abgebogen waren und wieder am Ziel ankamen, meinte sie: Man muss immer zur gleichen Seite abbiegen, dann kommt man wieder an. Eine wichtige Erkenntnis, die – wenn ich an die Autofahrer im Parkhaus denke – viele Erwachsene nicht gewonnen haben. Auch so etwas lernt ein Kind also bei Spaziergang. Natürlich ebenso genau hinzusehen und hinzuhören, verschiedene Materialien anzufassen und einzuordnen…

Die Liebe zur Natur

Und schließlich kann Ihr Kind die Liebe zur Natur nur in der Natur entwickeln. Wer niemals erlebt hat, wie schön es ist, wenn Baumwipfel über einem im Wind wehen und man sich ganz klein neben den Baumriesen vorkommt, wird diese Erfahrung nicht vermissen. Und wir brauchen die Natur, um zu überleben. Deshalb hat der Naturschutz inzwischen auch seinen Platz im Sachunterricht der Grundschule. Als ich zur Schule ging, war davon nicht die Rede. Aber heute gehört es auch zu den Lernzielen der Grundschule, Kindern die Bedeutung der Natur und den pfleglichen Umgang damit zu vermitteln. Je stärker die Basis dafür in der Familie aufgebaut wurde, umso besser. Zu den bedeutendsten Erlebnissen meiner Kindheit gehört das Picknick im Grünen. Meine Eltern sind mit meiner Schwester und mir oft sonntags einfach ein paar Kilometer ins Land gefahren, haben angehalten, eine Decke ausgebreitet und Obst, Quark, Schnitzel oder was auch immer verzehrt. Vielleich gelingt es Ihnen ja auch in diesem letzten Kindergartensommer solche bleibenden Erinnerungen zu schaffen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei und schreiben Sie doch mal, wie es war.

Ein Tipp noch, wenn Sie selbst sich nur schwer zum Naturspaziergang motivieren können. Stöbern Sie mit Ihrem Kind in dem Outdoor-Handbuch für kleine Entdecker und Naturforscher oder schauen Sie, ob es in Ihrer Stadt Geocacher gibt, das sind – verkürzt gesagt – Menschen, die mit GPS-Gerät ausgestattet unter andem in der Natur Schätze suchen, die andere Menschen versteckt haben 🙂

Kleine Erinnerung an die Blogparade „Schulstart von A bis Z“ – was fällt Ihnen zum Schulstart ein: Erinnerungen, Aufgaben, Themen … einfach ins Kommentarfeld schreiben oder gar auf dem eigenen Blog posten und wir ergänzen den Link auf der Blogparadenseite.