Heute ist Weltspieltag, das erinnert mich an eines meiner Lieblingsthemen während des Studiums und während der Arbeit mit Kindern. „Das Spiel des Kindes ist nicht Spielerei, sondern hat hohen Ernst und tiefe Bedeutung“, sagte Friedrich Fröbel, der Erfinder des Kindergartens. Und wenn wir über unsere Kindheit nachdenken, dann haben wir ganz viel beim Spielen gelernt, ob es das richtige Mischungsverhältnis von Wasser und Sand für den Sandkuchen war oder dass man auch manchmal im Spiel verlieren muss beim Mensch-ärgere-dich nicht. Das sind zwei Beispiele für Erfahrungen und Wissen, die niemand in ein Curriculum geschrieben hätte, die aber Grundlagen für größeres oder weiteres Wissen ist.

Spielen ist mehr als Spielen

Natürlich macht Spielen erst einmal Spaß und kein Kind denkt beim Spielen darüber nach, was es dabei lernt oder trainiert. Das soll es auch nicht, das würde manchem Kind den Spaß verderben. Aber Sie als Eltern sollten sich gelegentlich vor Augen führen, dass Spielen für Kinder wichtig ist. Nicht nur wischen über ein Smartphone oder Tablet beim Bildschirmspiel. Auch das Spielen mit Figuren, Karten oder anderen Utensilien und natürlich das Spielen mit anderen.

Lernvoraussetzungen im Spiel entwickeln

Mein absolutes Lieblingsspiel im Kindergarten 🙂 (Und ich besitze es noch!)

Es sind so viele wichtige Vorläuferfähigkeiten, die ein Kind beim Spielen entwickelt. Es übt nebenbei Belastbarkeit und Ausdauer entwickelt und vor allem der Umgang mit Erfolgs- und Misserfolgserlebnissen. In der „Als ob“-Welt des Spiels fällt es leicht zu verlieren, ohne dass das Selbstvertrauen einen Knacks erleidet, weil das Kind sich sagen kann „Das ist doch nur ein Spiel“. Hingegen können Erfolgserlebnisse wie das Besiegen der Erwachsenen im Memory das Selbstbewusstsein stärken und eine gute Basis für weniger erfreuliche Erfahrungen bilden. Aber auch motorische Fähigkeiten, sei es nun die rasche Reaktionsfähigkeit wie bei dem Spieleklassiker „Spitz, pass auf“ oder die Feinmotorik, besonders die Auge-Hand-Koordination, wie bei „Mikado“ oder „Das verrückte Labyrinth“ werden nebenbei trainiert und die sein vor allem beim Schreiben später wichtig. Dann sind da natürlich die Konzentrationsfähigkeit und die Merkfähigkeit. Je nach Spiel erweitern die Kinder ihren Wortschatz und entdecken oder vertiefen ihr Verständnis für Mengen, Zahlen und Formen.

Haus- und Kinderspiele

Es sind nicht nur die pädagogischen Spiele, die solche Fähigkeiten trainieren. Vor allem die klassischen Spiele wie „Mau-Mau“, das es als „Uno“ auch im Handel gibt, oder „Memory“, das Sie mit Urlaubsfotos oder unserer Vorlage auch schnell selbst herstellen können, „Mensch-ärgere-dich-nicht“ oder Murmeln fördern grundlegende Fähigkeiten. Kramen Sie in Ihrer Erinnerung, was Sie als Kind gerne gespielt haben und erzählen Sie Ihrem Kind davon. Kinder lieben es, zu erfahren, wie ihre Eltern im Kinderalter waren. Probieren Sie aus, ob Sie das Spiel noch kennen und können, im Notfall hilft das Internet weiter. Ich habe dort schon längst vergessene Spiele und sogar alte Zaubertricks entdeckt, mit denen ich mir die Kindheit vertrieben habe. Eine besondere Erinnerung aber habe ich an einen Urlaub, indem mein Vater uns auf dem Spielplatz erklärt hat, wie sie Stöckchen hüpfen gespielt haben. Ein Stöckchen wird auf einen Baumstamm gelegt und mit dem anderen Stöckchen wir auf das überstehende Ende geschlagen. Gewonnen hat, wer das Stöckchen am weitesten schlagen konnte. So wenig braucht man zum Spiel und solche Spiele faszinieren Kinder auch heute noch. Probieren Sie es aus.

Einige Links zum Thema Spiel

Wie gesagt, Spiel und Spielen sind Herzensthemen, mit denen ich mich immer wieder beschäftige, zum Beispiel in dem Buch „Kreisspiele und Spiellieder“, das leider vergriffen ist, einige Auszüge finden Sie aber hier im Blog. Aber auch in meinem AutorenBlog sind Spiele immer wieder Thema, vielleicht inspirieren die Beiträge auch Sie zum Spielen mit Ihrem Kind:

Sammlung Haus- und Kinderspiele (AutorenBlog)

In meiner Spielvergangenheit entdeckt (AutorenBlog)

Kreisspiele und Spiellieder (AutorenBlog)

Spielen in den 60er- und 70er-Jahren im Münsterland (AutorenBlog)

Schreibspiele für Vorschulkinder (Jetzt-Schulkind.de)

Wartezeit clever nutzen (Jetzt-Schulkind.de)

Lernspiele auf Papier zum Download, inkl. einer Tangram-Vorlage (Jetzt-Schulkind.de)

Ausführlicher Artikel zum Thema „Lernvoraussetzungen im Spiel erkennen“ (PDF-Fassung Die Lernbegleiter)