Die Einschulung ist ein wichtiger Einschnitt im Leben eines Kindes. Bis zum Schulanfang ist der Alltag noch von einer gewissen Leichtigkeit geprägt, weil von außen wenige Pflichtanforderungen an das Kind gestellt werden. Die Startzeit im Kindergarten kann auf die Bedürfnisse der Familie abgestimmt werden und über Noten, Leistungstests und Versetzungen muss sich niemand Gedanken machen. Die Einschulung ist durchaus vergleichbar mit dem Start in den einen neuen Job. Damit Sie gut darauf vorbereitet sind, finden Sie in diesem Blog viele Informationen und Sie haben die Möglichkeit, Ihre Fragen loszuwerden.

Die Schulanmeldung

SchulwahlEtwa ein Jahr vor dem ersten Schultag werden Sie von der Stadtverwaltung Ihres Wohnortes informiert, dass die Einschulung ansteht. Ein Kind wird schulpflichtig in dem Schuljahr, das auf seinen sechsten Geburtstag folgt. Die Stichtage sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, daher ist es am besten, wenn Sie sich auf die Stadt verlassen. Sie erhalten eine Einladung zur Anmeldung Ihres Kindes in einer Grundschule. Ob Sie die Grundschule frei wählen können, hängt ebenfalls vom Bundesland ab, in dem Sie leben. Wenn Sie die freie Schulwahl haben, gibt es einiges zu beachten. Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind in die Auswahl der Schule einbeziehen, schließlich wird es je nach Bundesland vier oder sechs Jahre seines Lebens dort verbringen. Da sollte es sich wohl fühlen und nicht täglich unlustig hingehen. Nutzen Sie dafür auch die Tage der offenen Tür, die viele Schulen vorher anbieten oder besuchen Sie vorab Schulfeste oder andere Veranstaltungen in Ihren Wunschgrundschulen.

Vorbereitung auf die Einschulung in der Kita

Ebenfalls ein Jahr vor der Einschulung beginnen auch die Kindergärten damit, die angehenden Schulkinder auf den Start in die Schule vorzubereiten. Viele Kitas bieten dazu spezielle Elternabende an. Versuchen Sie diesen Termin wahrzunehmen. Meist sind auch Vertreter der Schulen anwesend, die auf Ihre Fragen eingehen können und den Übergang erläutern.

Manche Kitas bieten im letzten Kindergartenjahr spezielle Einheiten an, in denen die Kinder grundlegende Fähigkeiten üben können. Grundlage sind teilweise spezielle Tests, mit dem zum Beispiel die Sprachfähigkeit überprüft wird. Oft beziehen die Erzieherinnen sich auf ihre Beobachtungen aus dem Alltag und fördern die Fähigkeiten, die ein Kind noch nicht so gut beherrscht.

Förderung der Schulfähigkeit zu Hause

Auch zu Hause können Sie einiges tun, damit ihr Kind einen guten Start in die Schule hat. Auch wenn Begriffe wie Schulfähigkeit, Schulreife oder Vorläuferfähigkeiten sehr abgehoben klingen, beschreiben sie letztlich nur, was Kinder eigentlich nebenbei lernen. Dazu gehört die gezielte Bewegung der Hand oder die Aufmerksamkeit, die Konzentration oder erstes Wissen über Buchstaben und Zahlen. Diese fördern Sie am besten, indem Sie ihr Kind in den Alltag einbeziehen. Gehen Sie zum Beispiel gemeinsam einkaufen und lassen Sie Ihr Kind zählen, ob Sie genug Joghurts im Korb haben. In diesem Blog finden Sie viele Anregungen, wie Sie ohne großen Aufwand durch gemeinsames Tun wichtige Voraussetzungen für einen guten Schulstart schaffen können.

Die Schuleingangsuntersuchung

SchuleingangsuntersuchungEtwa Anfang des Jahres der Einschulung findet die Schuleingangsuntersuchung statt. In manchen Bundesländern ist das schon die zweite Untersuchung, eine erste findet etwa zwei Jahre vor dem sechsten Geburtstag statt. Nur in Ausnahmefällen wird hier entschieden, dass ein Kind vom Schulbesuch zurückgestellt wird. Eher dient die Untersuchung dazu, Ihnen Hinweise zu geben, wie Sie im letzten halben Jahr vor dem Schulanfang besonders fördern sollten. Es wird ein Seh- und Hörtest durchgeführt, sodass Sie ggf. Gelegenheit haben, entsprechende Schwächen mit einem Augen- oder Ohrenarzt abzuklären. Und es gibt kleine Übungen, die vor allem die Bewegungsfähigkeit Ihres Kindes überprüfen, aber auch ermitteln, ob Ihr Kind eher schüchtern oder selbstbewusst ist und welche Kenntnisse über die Schule es bereits mitbringt. Schon bei der Untersuchung werden Sie sehen, wo Sie Ihr Kind im letzten Jahr speziell fördern sollten. Die Schuleingangsuntersuchung ersetzt nicht die U 9, bei der andere Schwerpunkte überprüft werden.

Der Schulranzen und andere Materialien

Der Schulranzen ist ein wichtiges Utensil für jedes Schulkind und natürlich auch ein Statement, wie man heute sagt. Er ruft ja förmlich: Ich bin Schulkind und ich interessiere mich für … Deshalb braucht der Kauf eines Ranzens Zeit. Ihre Anforderungen als Eltern an Preis, Tragekomfort und Sicherheit müssen mit den Wünschen des Kindes in Einklang gebracht werden. Auch wenn Sie nach der Schulanmeldung am liebsten gleich losziehen möchten, kaufen Sie den Ranzen nicht zu früh. Womöglich passt er dann bei der Einschulung nicht mehr oder – ebenso schlimm – Ihr Kind hat inzwischen seine Vorlieben geändert. Im letzten Jahr vor der Einschulung machen Kinder einen großen Entwicklungssprung. Ein Kind, das vielleicht am Anfang des letzten Kindergartenjahres noch auf Teddybären stand, findet diese unter Umständen später babyhaft.

Neben dem Ranzen sind für die Schule einige Gebrauchsmaterialien erforderlich. Die meisten Lehrer geben Listen heraus, an denen Sie sich orientieren können. Unabhängig davon gibt es Materialien, die Sie immer benötigen wie Buntstifte, Malpapier, Hefte – Achtung: auf die Lineatur achten, dafür können Sie getrost Sonderangebote nutzen. Ansonsten schauen Sie lieber zuerst auf die Liste, um Fehlkäufe zu vermeiden.

Einstimmung auf den ersten Schultag

Spätestens wenn der Ranzen gekauft ist, nimmt das Thema Einschulung auch bei den Kindern an Bedeutung zu. Sie fragen sich, wie das neue Leben sein wird, hören genauer hin, wenn über Schule gesprochen wird und spielen selbst Schule, wie sie sie sich vorstellen. Ab jetzt sollten Sie Augen und Ohren besonders offen haben, vielleicht lässt Ihr Kind eine Angst vor der Veränderung erkennen. Dabei helfen Ihnen neben Gesprächen Vorlesegeschichten und Bilderbücher, schön ist auch, wenn Sie eigene Erinnerungen schildern können – positive natürlich. Vermeiden Sie Formulierungen wie „Ernst des Lebens“ oder Drohungen wie „Warte nur, wenn du in der Schule bist“, das schürt negative Assoziationen mit der Schule. Üben Sie lieber gemeinsam den Schulweg, basteln Sie Einladungen für Gäste am ersten Schultag und legen Sie ein Schulstart-Heft an. Je positiver Ihr Kind der Schule gegenüber eingestellt ist, umso besser wird der Start in den neuen Lebensabschnitt gelingen.

Die Schultüte und andere Geschenke

Schultüte Die Schultüte ist – zumindest bei uns in Deutschland – das wichtigste Symbol für die Einschulung. In vielen Kitas finden daher im Vorfeld der Einschulung Bastelnachmittage statt, an denen Eltern mit oder ohne Schulkind die Tüte basteln. Ob Sie diese Tüte nutzen oder eine kaufen, ist Geschmackssache und auch eine Geldfrage. In jedem Fall ist es sinnvoll, eine Tüte zu wählen, die Ihrem Kind gefällt, denn letztlich ist auch die Schultüte heute ein Statement. Ja, das darf man nicht unterschätzen, wie Erwachsene sich nach Kleidung und Automarke einschätzen, erkennen auch Kinder an solchen Kleinigkeiten, ob sie auf einer Wellenlänge sind.

Was den Inhalt der Schultüte angeht, wäre es schön, wenn Ihr Kind davon überrascht würde. Aber dafür reichen kleine Geschenke, es muss weder ein Spiel für die Spielkonsole noch ein Handy sein, das sich darin befindet. Und es muss auch nicht alles gekauft sein, ein selbstgemachter Gutschein für einen Theaterbesuch oder ein besonderes Event eignen sich  ebenso. Das gilt auch für die Geschenke der Verwandten zum ersten Schultag. Versuchen Sie, sich vorher mit ihnen abzusprechen, dass sie eher auf Bücher, schöne Malstifte oder Gutscheine ausweichen statt elektronisches Spielzeug zu schenken.

Der Tag der Einschulung

Der Tag der Einschulung ist ein besonderer Tag im Leben von Eltern und Schulkind. Es wäre gut, wenn der Tag dies durch Ruhe und Harmonie vermitteln könnte. Stehen Sie rechtzeitig auf, frühstücken Sie gemütlich und machen Sie sich ohne Zeitdruck auf den Weg zur Schulweg. Dort erwartet Sie und Ihr Kind ein kleines Programm, das die neuen Schüler auf das Leben in der Schule einstimmen soll. Ob ein Gottesdienst eingeplant ist, ist von der Schule abhängig. Sollten Sie strikt dagegen sein, wäre es gut, das vorher zu klären, damit Sie nicht einsam vor der Schule stehen.  In der Regel findet eine erste – elternfreie – Unterrichtsstunde statt, damit die Kinder das Prinzip der Schule kennenlernen. Und dann ist der Schultag auch schon um und Sie können zu Ihrer privaten Feier übergehen. Wenn Sie es einrichten können, nehmen Sie sich den Tag frei und verbringen Sie die Zeit gemeinsam. Machen Sie einen Ausflug, besuchen Sie ein Restaurant oder laden Sie Gäste ein, mit denen Sie gemeinsam den Tag feiern. Je eindrücklicher der Tag wird, umso besser erinnert sich Ihr Kind und umso stärker wird sein Gefühl, dass Schule etwas Tolles ist.

Der Alltag als Schulkind

Ab dem Abend nach der Einschulung beginnt der Alltag Ihres Schulkindes. Jetzt heißt es, rechtzeitig ins Bett zu gehen, um am nächsten Tag fit für den neuen Schultag zu sein. Ausreichend Schlaf und ein klarer Tagesablauf sind die besten Grundlagen für den Erfolg in der Schule, aber das kennen Sie von sich selbst ja auch. Wenn Ihr Kind ausgeschlafen ist, entsteht morgens schon keine Hektik und es ist konzentrierter im Unterricht. Daher lohnt es sich, etwa eine Woche vor der Einschulung einen Ablauf einzuführen. Je eher Ihr Kind sich daran gewöhnt, umso leichter fällt es ihm und Ihnen, sich an feste Schlaf- und Aufstehzeiten zu halten. Gut ist, wenn Ihr Kind morgens seinem Rhythmus gemäß in den Tag kommen kann. Wichtig ist, dass es einen lernförderlichen Pausensnack mit in die Schule nimmt. Ein Brot, Obst, ein paar Nüsse und ein möglichst zuckerfreies Getränk sorgen dafür, dass es den Tag über aufmerksam und fit bleibt. Nach der Schule stehen fast immer Hausaufgaben oder zusätzliche Übungen an. Vor allem im ersten Schuljahr muss ein Kind täglich Lesen üben, damit es schnell das Grundprinzip versteht und leicht lesen kann. Zu den täglichen Pflichten gehört aber auch, zu überprüfen, ob alle Aufgaben erledigt wurden und ob der Schulranzen gepackt ist. Beziehen Sie Ihr Kind vom ersten Tag an ein, Schule ist sein Job und je mehr Verantwortung Sie ihm übertragen, umso eigenständiger und zufriedener wird es den Job erledigen.

Das Leben als Eltern eines Schulkindes

BetreuungAuch für Sie als Eltern ändert sich mit der Einschulung einiges. Selbst wenn Sie auch während der Kindergartenzeit gearbeitet haben, war der Alltag doch etwas einfacher. Die Bringzeit in der Kita ließ sich flexibler nutzen, nun muss Ihr Kind zum Unterrichtsbeginn in  der Schule sein. Selbst die Betreuung in der Schule ist häufig stärker strukturiert und oft werden auch hier Anfangs- und Endzeiten vorher festgelegt. Das bedeutet, dass Sie den Tagesablauf neu ordnen müssen. Und dann sind da noch die häuslichen Lernaufgaben – die Hausaufgaben, Lesen üben, kleine Referate vorbereiten, offene Fragen zum Lernstoff klären und immer wieder darauf drängen, dass Pflichten eingehalten werden. Versuchen Sie daher nicht nur den Übergang Ihres Kindes in die Schule, sondern auch Ihren Übergang gut vorzubereiten. Prüfen Sie, wer Sie ggf. bei der Betreuung außerhalb der Unterrichtszeit unterstützen kann. Legen Sie als Elternpaar fest, wer welche Lernunterstützung übernimmt. Gerade das Lesen üben kann anfangs an den Nerven zerren, da sollten Sie sich abwechseln, wenn Sie zu zweit sind oder auch ältere Geschwister einbeziehen. Damit Sie alle Termine, die von der Schule zusätzlich in Ihren Alltag kommen, im Blick behalten, empfiehlt sich ein Familienkalender, aus dem für alle ersichtlich ist, was wann ansteht. Versuchen Sie von Anfang an, die Verantwortung auf viele Schultern zu verteilen, damit nicht ein Elternteil zum Schulmanager des Kindes wird.

Das alles und noch viel mehr

In diesem Beitrag haben wir versucht, die wichtigsten Bausteine der Einschulung zu beleuchten. Zu jedem Punkt gibt es noch so viel zu sagen, das findet sich in den Blogbeiträgen. Und falls wir Themen vergessen haben, schreiben Sie uns. In jedem Bundesland und teilweise von Schule zu Schule sind die Abläufe unterschiedlich organisiert. Gerne würden wir mit Ihrer Hilfe einen Überblick gewinnen. Wir freuen uns über jeden Hinweis, gerne auch von Pädagogen aus Kindergarten und Schule. Einfach kommentieren oder eine E-Mail senden.